An der Umfrage nahmen insgesamt 21 Personen teil. Die Mehrheit der befragten Personen (71,4 %) war zwischen 16 und 20 Jahren alt. 23,8 % waren zwischen 20 und 25 Jahren, während lediglich 4,8 % der Teilnehmenden zwischen 25 und 30 Jahren alt waren. Die Ergebnisse zeigen somit, dass die Stichprobe hauptsächlich aus jüngeren Personen besteht. Dadurch beziehen sich die Resultate vor allem auf die Sichtweise junger Fahrerinnen und Fahrer. Aussagen über ältere Altersgruppen können deshalb nur eingeschränkt getroffen werden.
Auf die Frage, wie die Befragten zum schnellen Fahren gekommen sind, wurden verschiedene Gründe genannt. Am häufigsten wurde der Einfluss von Freunden erwähnt. Weitere Gründe waren der Adrenalinkick, Zeitdruck sowie der Einfluss von sozialen Medien. Besonders auffällig ist, dass persönliche Kontakte häufiger genannt wurden als äussere Faktoren. Dies lässt darauf schliessen, dass das soziale Umfeld einen wesentlichen Beitrag zur Entstehung dieses Fahrverhaltens leisten kann.
Bei der Frage nach der Faszination des schnellen Fahrens nannten viele den Adrenalinkick, das Gefühl von Freiheit, den Fahrspass sowie den Reiz, an die eigenen Grenzen zu gehen. Mehrere Antworten zeigen zudem, dass schnelles Fahren von einigen Teilnehmenden als Möglichkeit gesehen wird, den Alltag hinter sich zu lassen oder intensive Emotionen zu erleben. Diese Aussagen verdeutlichen, dass neben der Geschwindigkeit selbst auch das damit verbundene Erlebnis eine wichtige Rolle spielt.
Die Mehrheit der Befragten gab an, durch Freunde oder durch Freunde mit leistungsstarken Fahrzeugen erstmals mit dem schnellen Fahren in Kontakt gekommen zu sein. Dies deutet darauf hin, dass das soziale Umfeld einen bedeutenden Einfluss auf dieses Verhalten ausübt. Wenn im Freundeskreis schnelles Fahren als normal oder sogar positiv angesehen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Verhalten übernommen wird.
Diese Annahme wird auch durch die Antworten zur Rolle der Freunde bestätigt. Die meisten Teilnehmenden beschrieben den Einfluss ihrer Freunde als sehr gross. Dabei wurde unter anderem erwähnt, dass Freunde zum schnelleren Fahren motivieren oder vor Polizeikontrollen und Blitzern warnen. Einzelne Befragte gaben ausserdem an, dass sie sich in einer Gruppe eher dazu verleiten lassen, schneller zu fahren als alleine. Daraus lässt sich erkennen, dass Gruppendruck oder der Wunsch nach Anerkennung eine zusätzliche Rolle spielen können.
Bei der Frage nach den gefahrenen Fahrzeugen zeigte sich, dass viele Befragte Autos mit hoher Motorleistung besitzen. Leistungsstarke Fahrzeuge ermöglichen hohe Geschwindigkeiten in kurzer Zeit und könnten deshalb die Versuchung erhöhen, schneller als erlaubt zu fahren. Dennoch bedeutet der Besitz eines leistungsstarken Fahrzeugs nicht automatisch, dass ständig zu schnell gefahren wird.
Hinsichtlich der vorgenommenen Tuning-Massnahmen gaben die meisten Personen an, keine Veränderungen an ihrem Fahrzeug vorgenommen zu haben. Einzelne Befragte berichteten jedoch von Anpassungen am Auspuff, an der Motorleistung, am Fahrwerk, an den Felgen oder von Chip-Tuning. Diese Veränderungen dienen teilweise der Leistungssteigerung, teilweise aber auch der optischen Gestaltung oder der Individualisierung des Fahrzeugs.
Der zeitliche Aufwand für das Fahrzeug fiel unterschiedlich aus. Die Angaben reichten von mehreren Stunden pro Woche bis zu mehreren Stunden pro Tag. Dies zeigt, dass das Auto für viele Befragte mehr als nur ein Fortbewegungsmittel ist. Für einige stellt es ein wichtiges Hobby dar, in das viel Zeit investiert wird.
Auch die finanziellen Investitionen unterschieden sich deutlich. Die genannten Beträge lagen zwischen 30 Franken und 13’000 Franken. Das Geld wurde hauptsächlich für Treibstoff, Fahrzeugpflege sowie für Tuning-Massnahmen ausgegeben. Die grosse Spannweite zeigt, dass sich das Interesse am Auto sehr unterschiedlich ausprägt. Während einige nur geringe Ausgaben tätigen, investieren andere beträchtliche Summen in ihr Fahrzeug.
Auf die Frage, ob beim schnellen Fahren auf Blitzer, Polizeikontrollen oder gesperrte Strassen geachtet wird, antwortete die Mehrheit, dass sie besonders auf Blitzer und die Polizei achtet. Nur wenige gaben an, darauf keine Rücksicht zu nehmen. Dieses Ergebnis zeigt, dass vielen Befragten mögliche rechtliche Konsequenzen bewusst sind und sie versuchen, Kontrollen zu vermeiden.
Die Mehrheit der Befragten gab an, während des schnellen Fahrens an die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmender zu denken. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein Widerspruch zwischen diesem Bewusstsein und dem tatsächlichen Verhalten. Obwohl die Risiken bekannt sind, entscheiden sich viele dennoch dafür, schnell zu fahren.
Dennoch berichtete ein grosser Teil der Teilnehmenden, bereits eine gefährliche Situation erlebt oder einen entsprechenden Vorfall miterlebt zu haben. Dies unterstreicht, dass überhöhte Geschwindigkeit das Risiko für Unfälle oder kritische Situationen deutlich erhöhen kann. Solche Erfahrungen scheinen das Verhalten jedoch nicht immer nachhaltig zu verändern.
Auf die Frage, ob sie bereits von der Polizei angehalten wurden, antwortete die Mehrheit mit Nein. Einige wenige wurden jedoch kontrolliert und erhielten als Konsequenz einen Führerausweisentzug von drei Monaten sowie eine Busse. Dies zeigt, dass Verstösse gegen die Verkehrsregeln ernsthafte rechtliche und finanzielle Folgen nach sich ziehen können.
Bezüglich der Häufigkeit des schnellen Fahrens reichten die Antworten von mehrmals pro Woche bis an jedem Wochenende. Daraus wird ersichtlich, dass schnelles Fahren für einige Befragte nur gelegentlich vorkommt, während es für andere ein regelmässiger Bestandteil ihres Fahrverhaltens ist.
Die höchste gefahrene Geschwindigkeit lag bei den meisten Befragten zwischen 100 km/h und 200 km/h. Einige gaben Geschwindigkeiten zwischen 200 km/h und 300 km/h an. Lediglich zwei der 21 befragten Personen berichteten, bereits mit mehr als 300 km/h gefahren zu sein. Diese Werte verdeutlichen, dass einzelne Teilnehmende sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht haben, welche je nach Verkehrssituation und Strasse mit erheblichen Risiken verbunden sind.
Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse, dass insbesondere Freunde einen erheblichen Einfluss auf das schnelle Fahren haben. Gleichzeitig spielen der Wunsch nach Adrenalin, Fahrspass und Freiheit eine wichtige Rolle. Trotz des Bewusstseins für die Gefahren gaben viele Teilnehmende an, bereits gefährliche Situationen erlebt zu haben, was auf die Risiken dieses Fahrverhaltens hinweist. Insgesamt lässt sich festhalten, dass schnelles Fahren nicht nur von persönlichen Motiven beeinflusst wird, sondern auch stark vom sozialen Umfeld geprägt ist. Die Ergebnisse machen deutlich, dass Präventionsmassnahmen insbesondere junge Fahrerinnen und Fahrer ansprechen und den Einfluss von Freundeskreisen berücksichtigen sollten