Vertiefungsarbeiten

Umsetzung: Interview mit einer ehemals drogenabhängigen Person

Die befragte Person kam bereits im Alter von 14 Jahren zum ersten Mal mit Drogen in Kontakt. Die erste konsumierte Substanz war Cannabis. Damals verbrachte er viel Zeit mit Freunden, die regelmässig kifften. Aus Neugier und dem Wunsch mehr dazuzugehören entschied er sich, es ebenfalls auszuprobieren. Was zunächst harmlos erschien, entwickelte sich mit der Zeit zu einem regelmässigen Drogenkonsum. Neben Cannabis konsumierte er später auch Alkohol und weitere Drogen.

Schon bald blieb der Konsum nicht mehr unbemerkt. Familie und Freunde erfuhren davon und reagierten mit Enttäuschung und Sorge. Einige Menschen wandten sich sogar von ihm ab, wodurch wichtige Beziehungen zerbrachen. Die betroffene Person fühlte sich dadurch recht isoliert.

Ein Rausch dauerte meist bis zum nächsten Morgen. Das Erwachen beschrieb er als würde er aus einem Koma aufwachen. Die nächsten Morgen wachte er benommen, erschöpft und mit grossen Erinnerungslücken auf. Oft konnte er sich nur Bruchteile erinnern, was während des Rausches geschehen war.

Mit der Zeit hinterliess der Drogenkonsum immer tiefere Spuren. Nicht nur der Alltag geriet ausser Kontrolle, sondern auch die psychische Gesundheit litt stark darunter. Es entwickelten sich depressive Symptome und das Leben wurde immer mehr von den Drogen gesteuert. Insgesamt dauerte der ganze Drogenkonsum rund drei Jahre, also vom 14. bis zum 17. Lebensjahr.

Der Wendepunkt kam in Form einer Überdosis. Plötzlich schmeckte alles nach Waschmittel, ein ungewöhnliches und beängstigendes Symptom, dass sich tief in das Gedächtnis der befragten Person eingebrannt hat. Kurz darauf musste er notfallmedizinisch behandelt werden. Neben Halluzinationen und weiteren schweren Symptomen stieg sein Puls auf etwa 160 Schläge pro Minute. Er hatte grosse Angst und wusste nicht, ob er diese Situation überleben würde. Dieses einschneidende Erlebnis hinterliess ein tiefes Trauma und wurde zum Auslöser für eine grundlegende Veränderung.

Nach der Überdosis entschied sich die befragte Person für einen kalten Entzug. Der Weg zurück war alles andere als einfach, doch er hielt an seiner Entscheidung fest. Heute lebt er seit zwei Jahren drogenfrei und hat in dieser Zeit keinen einzigen Rückfall erlebt. Rückblickend beschreibt er die Überdosis als den schlimmsten, aber gleichzeitig auch wichtigsten Moment seines Lebens.