Vertiefungsarbeiten

Medienkompetenz und Zukunft von Social Media

Theorie

Was hat Social Media für einen Zusammenhang mit dem Selbstbild von Jugendlichen? Dies ist die Kernfrage dieser Quelle. Nature sagt aus, dass die Studie inkonsistente Ergebnisse erzeugt hat. Soziale Medien sind gerade für Jugendliche ein unverzichtbarer Bestandteil des täglichen Lebens. Die Studie wurde über 14 Tage von rund 200 Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren ausgeführt. Sie forderten Mediations- und Moderatorenanalysen, die den Forscher bei den potenziell komplexen Zusammenhängen zwischen der Nutzung von sozialer Medien und Jugendlichen helfen können. Mehrstufige strukturelle Gleichungsmodelle zeigen, dass Betroffene mit täglicher Nutzung von sozialen Medien ein geringeres positives, höheres negatives Selbstwertgefühl und einem verminderten subjektiven Wohlbefinden in allen Dimensionen resultieren. Gefühle, dass es anderen besser geht als einem selbst, können einen Teil dieser Ergebnisse erklären. Nach Auswertung der Analysen und Übersichtsberichten kommen Forscher zum Schluss, dass es insgesamt einen eher negativen Zusammenhang zwischen der Nutzung und dem Wohlbefinden von Jugendlichen gibt. Es existieren dennoch auch Assoziationen, die auf Unterschiede zwischen Individuen basieren. Auch in der Studie von „Science direct„, wird ausgewertet, dass eine längere Nutzung sozialer Medien vermehrt mit schlechter emotionaler Gesundheit und verstärkten Verhaltensschwierigkeiten assoziiert ist, insbesondere mit einer erhöhten Häufigkeit von Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Verhaltensproblemen. Überraschenderweise sagt diese Studie noch aus, dass auf der anderen Seite, die begrenzte Nutzung sozialer Medien ( weniger als 3 Stunden pro Tag) im Vergleich zu keinerlei Nutzung eine moderate Assoziation mit positiven Beziehungen bringt. Ich denke ebenfalls, dass es stark von dem Konsumenten abhängt, was man konsumiert, wie oft und vor allem auch wie selbstsicher man in seiner eigenen Haut und seinem eigenen Leben ist.

Social Media im Zusammenhang mit Freundschaften und sozialen Beziehungen

Neben persönlichen Themen wie dem Einfluss auf das Selbstbild sowie das Selbstwertgefühl tritt der Konsum und Einfluss von sozialen Medien noch tiefer in unser Privatleben ein. Der Konsum von sozialen Medien hat Einfluss auf Freundschaften und aller Arten von sozialen Beziehungen. Soziale Beziehungen bauen verstärkt auf sozialer Kompetenz auf. Unter sozialer Kompetenz ist zu verstehen, die Fähigkeit zu haben bedeutungsvolle Interaktionen mit anderen führen zu können. Ein grosser Teil dieser Entwicklung findet im Kindes- und frühen Jugendalter bereits statt. Viele von uns haben solche Interaktionen „Face-to-Face“ geführt, doch heute verbringt durchschnittlich jeder Jugendliche fast 4 stunden täglich in sozialen Medien. Soziale Medien haben eine neue soziale Landschaft für Jugendliche geschaffen. Die National Library of Medicine hat mithilfe von fünf, alle zwei Jahren gesammelten Daten von Jugendlichen im Alter von 10 bis 18 Jahren erforscht, dass eine erhöhte Nutzung sozialer Medien mehr Zeit mit Freunden offline vorhersagte, aber nichts mit zukünftigen Veränderungen sozialer Fähigkeiten zusammenhing. Für bestimmte Personengruppen, wie zum Beispiel Menschen mit hoher sozialer Angst, wurde dokumentiert, dass es zu einem Rückgang der sozialen Fähigkeiten kam. In der Studie von Springer nature wurde ebenfalls über die Zusammenhänge zwischen Nutzung von sozialen Medien und Freundschaftsqualität dokumentiert. Mit hilfe von Online-Fragebogen, hatten sie über eine Zeitspanne eines Jahres 1’298 niederländische Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren befragt. Ihre Analysen zeigten, dass Mädchen, die sozialen Medien häufiger nutzen, mehr Eingliederungsprobleme und ein geringeres Wohlbefinden hatten. Jugendliche mit hochwertigen und langfristigen Freundschaften berichten von weniger negativen Erfahrungen. Zwischen der Nutzung von sozialer Medien und der Qualitäten von Beziehungen haben sie keine signifikanten Wechselwirkungen gefunden. Die Ergebnisse dieses Experimentes unterstreichen die Bedeutung geschlechterspezifischer Ansätze, um die Probleme von Jugendlichen zu verringern und ihr Wohlbefinden zu verbessern.

Nutzung der sozialen Medien im Zusammenhang mit den schulischen Leistungen

Im achten Abschnitt des Berichtes von Welt spricht Studienleiter, Rainer Thomasius von einem “ Teufelskreis“. Psychisch belastete Jugendliche neigen oft zu problematischerem Nutzungsverhalten bei sozialen Medien – und übermässige Nutzung zusammenhängend zu Folgeproblemen. „Da persönliche, familiäre und schulische Ziele in den Hintergrund treten, werden alterstypische Entwicklungsaufgaben nicht angemessen gelöst“, berichtet der Ärztliche Leiter. Soziale Medien können das Lernen unterstützen, jedoch nur wenn Information, Aufklärung und Hilfsbereitschaft co-exisitiert. Über verschiedene Dienste und Applikationen können Jugendliche Informationen, Fragen, Hausaufgaben und vieles mehr austauschen, besprechen oder sogar zusammen lernen. Mittlerweile gibt es viele Plattformen, die Bildungsinhalte anbieten und das Verständnis von Unterrichtsthemen fördern können. Auch das anschauen eines Lernvideos kann für viele Jugendliche hilfreich sein, ihr Wissen individuell zu vertiefen. Auf der anderen Seite kann eine intensive Nutzung auch negative Auswirkungen auf schulische Leistungen haben, wie die UNESCO in ihrem Bericht erklärt. Häufig wird über eine geschwächte und verkürzte Konzentrationsfähigkeit oder eine verzögerte Aufmerksamkeitsspanne berichtet. Auch dies führt uns wieder zur Kernaussage, dass jegliche Symptomatiken von der Art und Dauer der Nutzung von sozialen Medien abhängt.

Ich finde ich auch, dass es einen starken Zusammenhang zwischen Verantwortung, Nutzung und dem konsumierten Inhalt gibt. Oftmals kann man seinen eigenen „content“ auch selbst steuern in dem man Beiträge beachtet oder weniger beachtet, mit „gefällt mir“ markiert oder eben nicht. Was ich jedoch bestätigen kann, ist dass die Auswirkungen auf die psychische Gesundheit bei Mädchen und jungen Frauen meist negativer ist, als bei Jungs oder jungen Männern.

Medienkompetenz

Laut der Quelle von Welt setzt der Konsum von sozialen Medien seit der Pandemie, den eskalierenden Kriegen und dem Klimawandel den Jugendlichen stärker zu.

In Form einer Mutprobe von BPB stellt sich heraus, dass soziale Medien einen hohen Stellenwert bei den Jugendlichen haben. Soziale Medien sind Plattformen, die ermöglichen, Informationen aller Art und jener Bereiche zu veröffentlichen. Für die meisten Plattformen, ist es nötig ein eigenes Profil mit persönlichen Informationen zu erstellen. Auch dieses Langzeitprojekt unterstreicht unser Ergebnis, dass Tiktok (24%) und Instagram (31%) die meist genutzten Plattformen sind von Jugendlichen. Unter dem Abschnitt „Soziale Medien und Identität“ kann man ablesen, dass das Prinzip von „Selective Exposure“ also die selektive Suche nach Informationen, die zu seinen eigenen Prinzipien passt, eine wichtige Rolle spielt. Ebenfalls sagt auch diese Quelle, dass soziale Medien ein wichtiger Treiber für soziale Beziehungen unter Gleichaltrigen sind.

Laut der Definition von Dieter Baacke umfasst die Medienkompetenz vier zentrale Gebiete: Mediennutzung, Mediengestaltung, Medienkritik und Medienkunde. Diese Themen ermöglichen es Menschen, Medien nicht nutzlos zu konsumieren, sondern aktiv und reflektiert mit ihnen umzugehen.

Meiner Meinung nach trifft das ziemlich gut auf mein privat Erlebtes zu. Abgesehen von meinen Eltern und anderen Erwachsenen, nutzen fast alle hauptsächlich TikTok und Instagram. Das Thema Medienkompetenz wird kaum thematisiert in Schulen. Weder den eigenen Konsum, das Verhalten oder auch die Chancen und Risiken, habe ich von meinen Eltern und im Verlauf des Älters werden kennengelernt. Ich erachte es als sehr hilfreich und vorallem wichtig, dass in Schulen heutzutage diese Themen besprochen und nicht nur als „Tabu“-Thema dargestellt werden. Ich denke, dass das kontinuierlich an Wert gewinnen und positive Ergebnisse bei Jugendlichen geben wird.

Zukunft von Social Media

Soziale Medien werden auch in den kommenden Jahren eine weiterhin wichtige Rolle im Alltag von Jugendlichen spielen. Gerade auf den Plattformen, welche kurze Videos und personalisierte Inhalte anbieten werden durch den steigenden Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) weiterentwickelt. Dies führt höchstwahrscheinlich zu einer erneuten erhöhten Nutzungsdauer, denn wenn Inhalte immer stärker seinen eigenen Interessen angepasst wird, steigt das Suchtpotenzial noch mehr. Dies sagt die JIM-Studie der Medienanstalt für Baden-Württemberg aus.

Mit diesen Entwicklungen steigen jedoch auch die Herausforderungen. Fachleute weisen darauf hin, dass eine intensive Nutzung von Social Media mit Risiken wie Ablenkung, sozialem Vergleich, Cybermobbing und einer möglichen Beeinträchtigung des Wohlbefindens verbunden sein kann. Deshalb wird erwartet, dass solche Plattformen künftig mehr Massnahmen zum Jugendschutz, zur Altersüberprüfung und zur Förderung eines verantwortungsvollen Medienkonsums einführen, wie die Studie von OECD sagt.

Aus persönlicher Sicht denke ich auch, dass der Konsum von sozialen Medien in den nächsten Jahren tendenziell noch mehr steigen wird. Um dieser Situation positiv entgegenzuwirken, sehe ich es als unumgänglich, dass in Schulen das Thema stärker erläutert wird, statt nur auf „Handy-Verbot“ zu pledieren. Kinder und Jugendliche sollen wissen wie man mit den Themen umgeht, und nicht einfach das komplette Thema ignorieren. Sie sollen lernen, wie man das Internet benutzen soll und wie nicht. Und vorallem über Risiken und Chancen aufgeklärt werden. Das würde in meinen Augen einen grossen Unterschied im Konsum und Verhalten von Internet und sozialen Medien bewirken.